3 TDKs (*) in Messinghausen

(*) Anmerkung der Redaktion: TDK = Tief-Dunkel-Kalt, eine Gruppe von Tauchern, die anders als „normale Menschen“ tauchen… und dabei auch noch Spaß empfinden, wie man nachfolgend zu lesen vermag… 🙂

Drei der unermüdlichsten Taucher, machten sich im September 2021, samstags, sehr früh auf den Weg nach Messinghausen. Das erste Wegdrittel gestaltete sich noch recht zügig, aber danach begann ein nerviges Gezuckel und Gekurve durch eine wildromantische Dorfidylle.

Dort angekommen und nach Anmeldung an der Basis, fing es pünktlich zu regnen an. Dank genauer Wetter-App-Informationen warteten wir den Regen ab, der tatsächlich auf die Minute hin aufhörte.

Wir rödelten uns an, stellten unsere Doppelgeräte auf einen bereitstehenden Jeep, der für uns wie ein Shuttleservice der Basis aussah, und liefen den sehr steilen und holprigen Weg nach unten zum See. Unten warteten wir auf unser Zeug, bis jemand von oben kam und meinte wir müssen den Jeep schon selbst herunterfahren.

Zum Glück sind meine Mittaucher Klosi und Manuel Afrika erprobt und stapften im Trocki den Weg wieder nach oben zurück, um unsere Sachen nach unten zu holen. Quietschend und nassgeschwitzt, brachten sie dann unser Equipment mit dem in die Jahre gekommenen Jeep nach unten. Wir machten uns fertig und hüpften von dem Ponton in den See.

Unter uns direkt tiefes sehr klares blaues Wasser mit schwebenden Übungsplattformen und einem kapitalen Stör, der unseren Weg kreuzte.

Das Thermometer fiel mit jedem Meter und landete schließlich bei 7°C und wir bei ca. 40m.

Wir tauchten die vielen versenkten Attraktionen entlang der Steilwände nacheinander ab.

Die Struktur des Sees im flacheren Bereich, ermöglichte uns aber ein sehr langes, nicht weniger interessantes Austauchen, ohne eine Dekozeit absitzen zu müssen.   

Nach dem TG konnten wir den Jeep leider nicht mehr benutzen, da die Nutzung nur im trockenen Zustand erlaubt ist. So mussten die Geräte mit unseren Beach-Rollys den holprigen Weg nach oben gezogen werden. Dieser Umstand und die nervige, langwierige Anfahrt trübten erst einmal unsere Laune.

Nach einer Pause, in der wir uns einen Kaffee und Nudeln kochten, ging es mit frisch gefüllten Flaschen und besserer Laune zum zweiten TG.

Diesmal nutzten wir den Jeep nicht, sondern gleich unsere Rollys, obwohl das „wir“ sich hauptsächlich auf meine Mittaucher bezog, da ich etwas fußlahm war.

Bei diesem TG wollten wir den See in entsprechender Tiefe einmal durchqueren.

Die Reflektionen der Sonnenstrahlen, die dieses Mal tief in das blaue Wasser hinunterreichten und der mollige Trocki ließen das Gefühl eines Meeres-TGs aufkommen.

Unten angekommen war die Sicht vollkommen wahnsinnig, es war so klar und hell, dass wir durch den gesamten See schauen konnten und das in dieser Tiefe.  Diese vollkommen surreale Situation, führte zu einem Freudenausbruch von Klosi, der wahrscheinlich im gesamten See zu hören war.

Extrem tiefenentspannt waren wir nach 50min wieder zurück am Ausstieg, unterwegs wieder begleitet von einem Stör.

Am Ende stand dann wieder das mühsame Hochgeschleife der Ausrüstung. Als Abschluss gönnten wir uns noch einen Kaffee und eine heiße Linsensuppe aus der Dose. Dann begann die zähe Rückfahrt.













Fazit: Ein vollkommen irrer See mit einer vollkommen irren Anfahrt!

Guido https://see-im-berg.de